Traubenkunde

Auf dieser Seite haben wir für Sie einige typische Rebsorten aus Österreich näher zu Geschichte und Gegenwart beschrieben. Hier finden Sie interessante Informationen beispielsweise zum BLAUEN ZWEIGELT, BLAUFRÄNKSICH und St. LAURENT - aber auch zu Weißweinreben, wie zum GRÜNEN VELTLINER oder WELSCHRIESLING.



BLAUER ZWEIGELT - der "Schmeichler"

Der "Blaue Zweigelt" ist eine Kreuzung zwischen dem St. Laurent und dem Blaufränkisch (von Prof. Zweigelt - Klosterneuburg), die seit den 1930ger Jahren in Österreich angebaut wird. Heutzutage ist sie die am meisten angebaute Rotweintraube, die - neben recht ansehnlichen Erträgen - Weine von intensiver Farbe und prägnanter Frucht mit feiner Würze ergeben. Die saftige Frucht und die weichen Tannine des Zweigelt machen ihn zu dem bekannten Gaumenschmeichler. Im Barrique ausgebaut entwickelt er dann feine Kakao- und Dörrobstnoten, die ihn zum vorzüglichen Begleiter von Pasta und Teigwaren sowie leichteren Fleischgerichten machen.



BLAUFRÄNKISCH - der "Kernige"

Die Blaufränkisch-Traube ist die am zweitmeisten angebaute Rotweinrebe in Österreich. In Süddeutschland ist diese Rebsorte bekannt als "Lemberger" und in Frankreich und der Schweiz wird sie unter dem Namen "Gamay" angebaut. Die Weine zeigen oftmals ein kräftiges Aromabild, das beschrieben wird mit dem Duft von Brombeeren, Süß- und Sauerkirschen (Weichseln) sowie Johannisbeeren. Er verfügt über einen kräftigen Körper mit einer guten Säure- und Tanninstruktur. Diese fruchtige und gleichzeitig reife Erscheinung macht den Blaufränkisch zu einem idealen Speisebegleiter für kräftige Fleischgerichte.



St. LAURENT - die österreichische Spezialität

Der St. Laurent gehört in die Gruppe der Burgunderweine und gilt als Verwandter des Pinot Noir (Spätburgunder). Er wurde aus Frankreich über Detuschland nach Österreich eingeführt und diente in den 1920gern und 1930gern als einer der Stammväter des "Blauen Zweigelt". Heutzutage eine österreichische Spezialität - sowohl als Classic als auch als Reserve augebaut - ist seine Anbaufläche eher gering und der Wein oft frühzeitig vergriffen. Diese traditionelle Rotweintraube ergibt einen dunklen und geschmeidigen hocharomatischen Wein mit fruchtbetonten Weichselaromen in Kombination mit einer zartblättrig-minzigen Note. Als Speisenbegleiter empfiehlt er sich zu zarten Wildgerichten und Lamm.



GRÜNER VELTLINER - der "Heurigenwein"

Der Grüne Veltliner ist die mit Abstand am meisten angebaute Weißweinrebe in Österreich - sie belegt fast die Hälfte der Anbaufläche und ohne sie wäre der typische HEURIGE nicht denkbar. Die besten Tropfen kommen wohl aus der Wachau und aus dem Weinviertel - jung getrunken bestechen sie durch ihre volle Frucht und die lebendige Säure. Liebhaber beschreiben sie als leicht, trocken und lebendig mit dem typischen "Pfefferl". Reifere Weine höherer Qualitätsstufen können über ein würziges Bukett verfügen, die kernige, kraftvolle Lagerweine ergeben. Die erfrischende Wirkung dieses eher säurebetonten Weißweins läßt sich ganz gezielt als ausbalancierendes Gegengewicht zu diversen üppigen Gerichten der Regionalküche einsetzen - zum österreichischen Tafelspitz etwa gehört ein kerniger Grüner Veltliner.

 

WELSCHRIESLING - junger Wein mit höchstem Genuß

Die Welschriesling-Rebe ist die in Österreich am zweitmeisten angebaute Weißweinsorte - sie hat übrigens nichts gemein mit der in Deutschland so verehrten Rieslingtraube. Diese Weine werden meist jung getrunken und zeichnen sich oft aus durch zart-duftige, feine Apfel- und Marillenaromen. Sie sind meist duftig-leicht und schlank strukturiert mit einem rassigen erfrischenden Säurspiegel. Aufgrund ihrer fruchtigen Frische paßt der Welschriesling ideal als Speisenbegleiter zu hellem Fleisch, Geflügel, Fisch oder Salaten.

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